Pauschalreise

Nach der Pauschalreiserichtlinie (90/314/EWG), die vom deutschen Gesetzgeber unter anderem in den §§ 651a BGB ff. umgesetzt wurde, stehen den Reisenden im Falle von Leistungsstörungen und Reisemängeln umfassende Rechte gegenüber dem Reiseveranstalter zu.
Dies gilt insbesondere in den Fällen einer Überbuchung des gebuchten Hotels bzw. bei einer Beeinträchtigung des Hotelaufenthaltes durch Bauarbeiten auf dem Hotelgelände oder in unmittelbarer Nähe auch außerhalb des Hotels.

Bei der rechtlichen Beurteilung einer Überbuchung ist dabei zunächst unerheblich, ob Sie den gesamten Urlaubsaufenthalt oder nur einen Teil des Urlaubsaufenthaltes in einem Ersatzhotel verbringen mußten. Werden Sie z.B. vor Reiseantritt von einer Überbuchung des gebuchten Hotels unterrichtet, stehen Ihnen bereits ab diesem Zeitpunkt teilweise nicht unerhebliche Ansprüche gegenüber dem Veranstalter zu. Die alternative Unterbringung in einem höherwertigen Hotel durch den Veranstalter läßt diese Minderungs- und Schadenersatzansprüche der betroffenen Reisenden nicht entfallen.
Werden Sie dagegen erst bei Ankunft am Urlaubsort von einer Überbuchung des gebuchten Hotels unterrichtet, haben Sie auch das Recht, den Vertrag kündigen, zurückzureisen und hierbei auch die zusätzlich entstandenen Rückreisekosten als Schadenersatz zu verlangen.

Auch bei einer Beeinträchtigung des Hotelaufenthaltes durch Bauarbeiten stehen Ihnen im Zweifel umfassende Rechte gegenüber dem Veranstalter zu, denn Reisende sind nicht verpflichtet, von einer Baustelle ausgehende Lärm-, Staub- oder Geruchsbeeinträchtigungen hinzunehmen.

Erfahrungsgemäß versuchen Reiseveranstalter, sich einer Regulierung von Leistungsstörungen und Reisemängeln dadurch zu entziehen, indem sie den Betroffenen sog. Upgrades in Form einer höherwertigen Zimmer-, Verpflegungs-, Hotelkategorie oder kostenlose Ausflüge etc. als Kompensation für die erlittenen Beeinträchtigungen anbieten. Allerdings müssen Reisende sich derartige Kompensationen nicht zwingend anrechnen lassen, können also nach Reiserückkehr trotzdem Minderungs- oder Schadenersatzansprüche gegenüber dem Reiseveranstalter geltend machen.

Da es bei der späteren Geltendmachung von Ansprüchen gegenüber dem Veranstalter jedoch entscheidend auf das richtige Reklamationsverhalten der Reisenden -insbesondere gegenüber der Reiseleitung- ankommt, empfiehlt es sich es sich, im Zweifel so früh wie möglich professionellen Rat einzuholen.